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Der berühmte Bahnhof in Klais – Mit 933 Metern höchster bayerischer Bahnhof

Wer in Mittenwald den Zug nach Garmisch besteigt, hat nämlich schon sieben Minuten später den berühmtesten Bahnhof Bayerns erreicht. Berühmt ist der kleine Bahnhof der oberbayerischen Gemeinde Krün aus vielerlei Gründen.

Auf den ersten Blick ist es die Inschrift unter dem mit Holz verkleideten Giebel. 

Da ist in altdeutscher Schrift schön gemalt zu lesen „Bayerns höchstgelegener Bahnhof – Höhe 933 m“. Nicht nur dieser Beschriftung verdankt der kleine Bahnhof im kleinen Ortsteil der kleinen Gemeinde Krün im Landkreis Garmisch-Partenkirchen seine Berühmtheit. Dafür gibt es sicherlich noch viele weitere Gründe. Aber die Inschrift ist es sicherlich, die Menschen mit großen und kleinen Kameras verlockt, diesen schönen Bahnhof zu fotografieren.

Ich bin einer von ihnen. Immer wenn ich von meinem Weg aus München kommend nach Tirol fahre, schaue ich mit verklärtem Blick auf den gepflegten zweigleisigen Bahnhof.

Der zweigleisige Bahnhof in Klais, Foto: Knut Kuckel
Der zweigleisige Bahnhof in Klais, Foto: Knut Kuckel

Nicht selten biege ich von der Bundesstraße ab und besuche die kleine Bahnstation.

Er riecht wie ein Bahnhof, hat aber nichts von der unsympathischen Kühle anderer Bahnhöfe. Hier kümmert man sich. Um die Blumen vor und hinter dem Gebäude. Die Sauberkeit im Wartraum, auf dessen zweigeteilter Holzbank der Kreisbote und andere Blätter ausliegen.

Bahnhof Klais, Foto: Knut Kuckel

Alles ist sauber. Obwohl hier viele Menschen ein und ausgehen.

Unter der Woche halten 23 Züge in Klais. Die sehen heutzutage supermodern aus und dampfen nicht mehr wie vor über 100 Jahren als der Bahnhof begründet wurde. Weil damals wie heute viel Holz geschlagen wurde, in der Region um Krün, Wallgau und Elmau, hat man 1912 einen Bahnhof auf der Strecke zwischen Mittenwald und Garmisch eröffnet. Der Bahnhof brachte Wohlstand in das Gebiet im Oberen Isartal, südlich von München. Schon deshalb haben hier alle eine ganz besondere Beziehung zu ihrem Bahnhof. Das spürt man. 

Vor hundert Jahren war verständlicherweise vieles anders als heute. Da hieß der Fahrdienstleister noch Stellwärter. Im Volksmund Weichenwärter. Den Fahrdienstleiter gibt es heute auch noch. Er weicht höflich zur Seite, wenn ihn neugierige Menschen wie ich bitten, einen Blick auf das Stellwerk richten zu dürfen. Fotografiert werden möchte er nicht. Sein Bahnhof ist schließlich kein Museum. Und seine Tätigkeit erfordert noch trotz aller moderner Technik seine ganze Aufmerksamkeit. 

Der Fahrdienstleiter gestattet mir, vom Stellwerk ein Foto machen zu dürfen. Das mache ich. Mit großem Respekt vor ihm, seinem Bahnhof und der fühlbar würdevollen Atmosphäre, belasse ich es, entgegen meiner üblichen Gewohnheiten, bei nur einem Bild.

Stellwerk im Bahnhof Klais, Foto: Knut Kuckel
Stellwerk im Bahnhof Klais, Foto: Knut Kuckel

Es ist anzunehmen, dass die meisten Menschen dem Fahrdienstleiter in der Zeit von 5 Uhr früh bis kurz vor Mitternacht begegnen. Der erste Zug von Mittenwald nach Klais fährt noch vor Sonnenaufgang um 05:07 Uhr ab. Der letzte um 23:36 Uhr. Die Frühen und die Späten sind meistens Nachtzüge. Für die Fahrten zwischen Mittenwald und Garmisch planen die Reisenden ca. 20 Minuten ein. Wenn die Dinge nach Plan verlaufen, braucht der Zug für die kurze Strecke exakt 21 Minuten.

Auf Nachfrage ich erfahre ich, dass hier noch vor rund 10 Jahren der IC halt machte. Das ist heute zwar nicht mehr der Fall, hat aber den Bahnhof in Klais auch nicht gerade kleiner gemacht.

In meinen Gedanken plane ich schon eine Bahnfahrt von Mittenwald nach Klais. Finanziell auch für mich noch erschwinglich. Der Fahrpeis kostet zurzeit um die 2-Euro-60. Gute Gedanken verdienen Anerkennung. Die hole ich mir anschließend im nahegelegenen Gasthaus „Zum Schweizerbartl“ inKaltenbrunn ab.

Die immer fröhliche Chefkellnerin Madeleine serviert mir einen Capuccino. Mit gleich zwei Schokoherzen und einem gerade aus dem Backrohr geholten Apfelstrudel.

Apfelstrudel mit Capuccino im "Schweizerbartl", Foto: Knut Kuckel
Apfelstrudel mit Capuccino im „Schweizerbartl“, Foto: Knut Kuckel

„Sie ist ein Original?“ fragt mich vom Nebentisch aus ein vornehmer Gast. „Ja“, antworte ich. „Das ist sie.“ Wir kennen uns nämlich schon lange. Es gibt nicht viele Gasthäuser, in denen der Gast noch mit Handschlag begrüßt wird. Bei der ursprünglich aus dem Elsass stammenden Service-Dame Madeleine vom „Schweizerbartl“ ist das Teil ihres Berufsverständnisses. Wann immer es gerade passt, gönne ich mir auf der Durchfahrt bei ihr eine Pause.

Ich denke noch, wie gut es mir doch geht und bin mir sicher, dass mich mein Besuch am Bahnhof in Klais noch stärker als bisher mit ihm verbinden wird.

Bevor ich es vergesse: Klais ist der älteste Ort mit urkundlicher Erwähnung im Werdenfelser Land. Diese ist in Form einer Gründungsurkunde des Benediktinerklosters Scharnitz in Klais im Jahre 763 vorhanden. Nachzulesen in Wikipedia.

→ Weblink der Gemeinde Krün

Fotos: Knut Kuckel

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Knut Kuckel

Journalist / Publizist. Herausgeber von:MediaNews.Blog" – Das Informationsportal MediaNews.Blog informiert über die Themenbereiche Medien, Journalismus und Kommunikation. → OnMyWay.Photos" - mein Foto-Blog. Mit Bildern und Kurzgeschichten von unterwegs.  → Alle meine meine Beiträge in Mieming.online findest Du, wenn Du auf [weiter] klickst.

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